Notizen von der Werkbank.

Wie wir bauen und warum, aufgeschrieben an echten Projekten.

August 2026

Warum unser Prüfstand keine Design-Note gibt.

Seit Kurzem steht auf unserer Seite ein kostenloser Website-Check, der Prüfstand. Sie geben Ihre Adresse ein, und in Sekunden bekommen Sie einen Wert über sechs belegbare Punkte, von der Ladezeit über die Auffindbarkeit bis zur Sicherheit. Ohne Anmeldung, ohne dass ein Verkaufsgespräch daran hängt.

Naheliegend wäre gewesen, auch eine Design-Note danebenzustellen. Das machen wir bewusst nicht. Gestaltung ist eine Frage des Urteils, keine Prozentzahl. Ein Werkzeug, das Geschmack mit einem Balken misst, tut nur so, als wüsste es etwas, und genau diese falsche Genauigkeit bauen wir nicht. Der Prüfstand bewertet deshalb nur, was sich ehrlich messen lässt: das technische Fundament, als harte Zahl, die Sie selbst nachprüfen können. Was er nicht seriös messen kann, lässt er weg.

Das ist dasselbe Prinzip, nach dem wir jede Seite übergeben: geprüft, nicht behauptet. Eine Zahl ist nur etwas wert, wenn hinter ihr etwas Echtes steht. Probieren Sie es an Ihrer eigenen Seite aus.

Juli 2026

Der Test mit ausgeschaltetem JavaScript.

Moderne Websites blenden Inhalte gern sanft ein, während man scrollt. Der beliebteste Weg dorthin hat eine hässliche Kehrseite: Der Inhalt startet unsichtbar und wird erst per Skript sichtbar gemacht. Läuft das Skript nicht, alter Browser, Spar-Modus am Handy, ein einziger Fehler an anderer Stelle, bleibt die Seite dauerhaft leer. Der Besucher sieht: nichts.

Uns ist genau das in einem frühen Bau passiert, auf dem Handy. Seitdem gilt in der Werkstatt eine feste Regel: Inhalt hängt nie an JavaScript. Animation ist Zugabe, erst steht der Text, dann darf er sich bewegen. Und vor jeder Übergabe gehört ein Durchgang mit ausgeschaltetem JavaScript zur Checkliste: Alles muss lesbar sein, bevor irgendetwas glänzen darf.

Sie können das übrigens bei jeder Website selbst prüfen, auch bei unserer. Genau so ein Punkt ist mit „Probefahrt" gemeint: geprüft, nicht behauptet.

Juli 2026

SEO beginnt, bevor die Seite live ist.

„Bei Google gefunden werden" ist kein Zauber, der nach dem Livegang dazukommt, es ist Bauweise. An unserem Bäckerei-Eigenprojekt haben wir das komplett durchgespielt: Sitemap und robots.txt entstehen aus derselben Quelle wie die Navigation der Seite. Sie können also nie auseinanderlaufen, was im Menü steht, kennt auch Google, automatisch.

Dazu kommen strukturierte Daten: Die Seite sagt Google maschinenlesbar, dass hier eine Bäckerei steht, wo genau (die Adresse ist echt geokodiert, nicht geschätzt) und wann geöffnet ist. Und eine Entscheidung, die uns wichtiger ist als jeder Trick: keine erfundenen Bewertungssterne. Die Datenlage war dünn, also haben wir das Feld weggelassen. Google straft Erfundenes ab, und wir wollen es gar nicht erst schreiben.

Nebenbei fielen elf Kontrast-Stellen auf, die für Menschen mit schwächeren Augen zu blass waren. Nachgemessen, korrigiert, auch das ist Auffindbarkeit: Eine Seite, die nicht alle lesen können, ist für einen Teil der Kundschaft unsichtbar.

Juli 2026

Warum unser W ein Gewebe ist.

Unser Zeichen sind zwei Stränge, die sich genau einmal kreuzen, einer webt oben drüber, einer läuft drunter durch. Das ist kein Ornament: Der eine Strang ist das Handwerk, der andere die Maschine, mit der wir bauen. Erst die Webung macht aus zwei Fäden ein W, und aus dem Wort „Web" wieder das, was es ursprünglich meint: ein Gewebe.

Die kleinste Ehrlichkeit steckt im Detail: Unter 32 Pixeln, im Browser-Tab, auf dem Handy-Homescreen, verschwindet die feine Webungs-Lücke ohnehin. Statt sie dort kaputtzuskalieren, gibt es einen eigenen Schnitt der Marke für kleine Größen: beide Stränge durchgezogen, etwas kräftiger. Man gestaltet nicht für den Idealfall, sondern für den Ort, an dem das Zeichen wirklich steht.

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